Programm der INITIATIVE HECHINGER SYNAGOGE e.V.

Über die Webseite können keine Reservierungen etc. vorgenommen werden.

 

Der Trägerverein "Initiative Alte Synagoge Hechingen" unter dem  Vorsitz von Dr. Norbert Kirchmann und Lothar Vees hat ungefähr 100 Mitglieder. Als Kassier fungiert Wilfried Schenkel. Neu im Vorstand ist Cornelia Maas

2 - 2017

Europäischer Tag der jüdischen Kultur

Sonntag, 3. September 2017, 11:00 Uhr

Porträts jüdischer Geiger: „Die Welt des Fritz Kreisler“

CD-Präsentation mit Jochen Brusch und Alexander Reitenbach

Fritz Kreisler (1875-1962) war wie Niccolò Paganini einer der größten Geiger aller Zeiten. Aber während der Italiener mit seiner dämonischen Virtuosität faszinierte, war Fritz Kreisler ein Musiker der Herzenswärme. Sein Charme und seine Genialität, die in seinen zahlreichen Kompositionen und Bearbeitungen für Violine wie auch in seinem unnachahmlichen Spiel zutage traten, haben Millionen Menschen auf der ganzen Welt in ihren Bann gezogen. Gleichwohl blieb Kreisler immer der bescheidene und zurückhaltende Gentleman alter Schule. Umfassend gebildet, sieben Sprachen – alte wie neue – beherrschend, zeitlebens wohltätig für die Benachteiligten, erlagen alle, die das Glück hatten, ihn zu kennen, seiner Liebenswürdigkeit als Mensch und seinem Genius als Musiker.

Auf der neuen CD von Jochen Brusch (Geige) und Norbert Kirchmann (Flügel) erklingen einige der beliebtesten Werke des Wiener Meisters. Jochen Brusch wird in gewohnter Manier das Programm mit Wissenswertem und mitunter Amüsantem anreichern. Alexander Reitenbach wird ihn auf dem Flügel begleiten.

Eintritt: €12/ ermäßigt €10 / Schüler und Studenten €5



Europäischer Tag der jüdischen Kultur

Sonntag, 3. September, 14:00 Uhr

Führung mit Michael Hakenmüller

Treffpunkt: Alte Synagoge Hechingen

Eintritt: €2 / Schüler und Studenten frei

 

 

 

 

Mittwoch, 20. September 2017, 20:00 Uhr

Die Gülen-Bewegung und der interreligiöse Dialog

Dialoggespräch zwischen Ercan Karakoyun und Karl-Hermann Blickle

Die türkischstämmige muslimische Gülen-Bewegung ist derzeit in aller Munde. In der Türkei werden ihre Mitglieder verfolgt, mit Ausreiseverboten belegt, entlassen, enteignet oder ins Gefängnis gesteckt. Auch in Deutschland scheint dies nicht ohne Folgen zu bleiben: So sehen sich Anhänger der Gülen-Bewegung Denunziations- und Boykottaufrufen, Beschimpfungen, Bedrohungen und Bespitzelung durch ihre Gegner ausgesetzt.

Ercan Karakoyun, der Vorsitzende der Stiftung Dialog und Bildung in Berlin, beschreibt in seinem kürzlich erschienen Buch „Die Gülen Bewegung: Was sie ist, was sie will“ (Herder 2017) die Ziele der auch hierzulande aktive Gülen-Bewegung, die sich selbst „Hizmet“ nennt: einen menschlichen Islam, Demokratie, Bildung und Dialog mit anderen Religionen. Diesem Ziel widmen sich in Deutschland eine Vielzahl der Bewegung nahestehender Schulen, Nachhilfezentren sowie Kultur- und Dialogvereine. Das Engagement ist jedoch nicht unumstritten; Kritiker werfen der Bewegung Intransparenz und Unterwanderung vor.

Was ist die Gülen-Bewegung? Was will sie? Was ist dran an den Vorwürfen der Kritiker? Wie ernst meint es die Bewegung mit dem interreligiösen Dialog? Karl-Hermann Blickle (Vorsitzender Stiftung Stuttgarter Lehrhaus für interreligiösen Dialog und langjähriger Vorsitzender des Hechinger Synagogenvereins) sucht im Gespräch mit Ercan Karakoyun nach Antworten auf diese Fragen.

Ercan Karakoyun, geboren 1980 in Schwerte (NRW), studierte Raumplanung mit Schwerpunkt Stadtsoziologie und war Stipendiat der Friedrich-Ebert-Stiftung. 2008 übernahm er als Mitbegründer die vorsitzende Geschäftsführung des Forums für Interkulturellen Dialog e.V. und ist seit ihrer Gründung 2014 Vorsitzender der Stiftung Bildung und Dialog, die als Ansprechpartner für die Gülen-Bewegung in Deutschland gilt. Er ist Mitgründer des House of One, einem geplanten Bet- und Lehrhaus für die drei monotheistischen Religionen in Berlin.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Hohenzollern Bildungszentrum e.V., der Stiftung Stuttgarter Lehrhaus für interreligiösen Dialog und der Gesellschaft für Dialog BW e.V.

Eintritt: €8 / ermäßigt €6



Großes Jubiläumskonzert „250 Jahre Hechinger Synagoge in der Goldschmiedstraße“

Freitag, 13. Oktober 2017, 20:00 Uhr

Jeremiah - Klagegesänge in neuem Gewand unter Verwendung von Kompositionen der Renaissancemeister Palestrina und Gesualdo

Konzert mit David Orlowsky und Singer Pur

Der Klarinettist und mehrfache ECHO Klassik-Preisträger David Orlowsky hat sich mit Singer Pur, Deutschlands bekanntestem Vokalensemble und zweifachem ECHO Klassik-Gewinner, für das Projekt "Jeremiah" zusammengetan. Im Mittelpunkt stehen drei der Klagelieder des Jeremiah über die Zerstörung der heiligen Stadt Jerusalem im Jahre 586 v. Chr., vertont von Giovanni Pierluigi da Palestrina. Außerdem werden die von Matan Porat arrangierten Vokalwerke Carlo Gesualdos gespielt, in denen das poetische, die Liebe besingende "Tota pulchra es" aus dem Hohelied Salomos der Totenmesse der römisch-katholischen Tradition zugehörige "Lux aeterna" für Vokalensemble und Klarinette gegenübergestellt wird.


Besetzung:

David Orlowsky (Klarinette)

SINGER PUR:
Claudia Reinhard – Sopran
Rüdiger Ballhorn – Tenor
Markus Zapp – Tenor
Manuel Warwitz – Tenor
Reiner Schneider-Waterberg – Bariton
Marcus Schmidl – Bass

Eintritt: €25 / ermäßigt €20

Karten unter www.reservix.de, evtl. Restkarten an der Abendkasse



Tübinger Jazz & Klassik Tage 2017

Sonntag, 22. Oktober 2017, 19:00 Uhr

„Mein Bach“

Konzert mit dem Dieter Ilg Trio

Bereits seit Jahren gehört Dieter Ilg zu den einflussreichen Stimmen des europäischen Jazz. Seine elektrisierende Vitalität, intelligente Neugier, technische Brillanz und totale Hingabe an den Moment brachten ihm seine internationale Reputation nebst drei ECHO Jazz Trophäen ein.

Aus den Werken des Barock holt sich Kontrabassist Dieter Ilg das neue Material für sein Trio mit Rainer Böhm am Piano und Patrice Héral am Schlagzeug. Kammerjazz, intim und extrovertiert zugleich, verblüffend dynamisch. Ilgs Trio hebt Grenzen zwischen musikalischen Epochen und Genres auf, erschafft schlicht und einfach pure Musik. Bemerkenswert konsequent verfolgt Ilg seine Vorstellung von einem eigenen Klangbild – ein auf höchstem Niveau interagierendes, akustisches Trio. Im traumwandlerischen Zusammenspiel entstehen so magische, unverwechselbare Augenblicke, die diese drei Instrumentalisten zu einem der intensivsten und organischsten Live-Formationen ihrer Art machen. Ein Kleinod mit Signature-Sound! Melodiös, lyrisch, romantisch, eingänglich. Musik mit Anspruch und gleichzeitig angenehm hörbar. Geschmackssichere, hörerfreundliche Kunst. Wunderbar!

Eintritt: €25 / Mitglieder €20

Karten unter www.reservix.de, evtl. Restkarten an der Abendkasse

 

 

Gedenken an die Reichspogromnacht 1938

Donnerstag, 9. November 2017,19:00 Uhr

Gedenken an die Reichspogromnacht vom 9.November 1938

gestaltet von Schülern und Lehrern der Alice-Salomon-Schule Hechingen

 

 



Hechinger Musiker zu Gast in der Synagoge

in Kooperation mit dem Sachgebiet Tourismus und Kultur der Stadt Hechingen

Sonntag, 12. November 2017, 17:00 Uhr

Von Märchenerzählungen und einem Lied für Lotta

Konzert mit dem Kollegium der Musikschule Hechingen

An der Musikschule Hechingen sind fast alle gängigen Instrumente im Unterrichtsprogramm durch erfahrene Pädagogen vertreten. Auf der anderen Seite sind die Dozenten im Spittel und auf den Dörfern jedoch auch hervorragende Musiker, die sich immer wieder gerne zu ganz besonderen kammermusikalischen Begegnungen zusammen finden. Das Kollegium der Musikschule präsentiert in seinem Konzert ein breites Spektrum an handverlesenen Stücken der verschiedensten Epochen und Stilrichtungen: Werke von Johann Sebastian Bach über Robert Schumann bis zu Mario Castelnuovo – Tedesco und Jazzstandards ergänzen sich in einem kurzweiligen Programm für alle Generationen. Dabei werden neun verschiedene Instrumente in Duo- und Triobesetzung zu hören sein, ergänzt durch eine kurzweilige Moderation der Musikschulleiterin Susanna Jaggy.

Eintritt: € 12 / ermäßigt € 5



Hechinger Musiker zu Gast in der Synagoge

in Kooperation mit dem Sachgebiet Tourismus und Kultur der Stadt Hechingen

Samstag, 18. November 2017, 19:00 Uhr

Lux et Umbra - Licht und Schatten

Konzert mit Gleis 4

So unterschiedlich wie Tag und Nacht sind auch die Musikerinnnen des Saxophon-Quartetts
Gleis 4, und so ist auch ihr neues Programm: Licht und Schatten, Tag und Nacht, Weiß und Schwarz. Von Klassik über Tango zu Jazz verspricht dieses Konzert eine Reise durch die Grenzbereiche der musikalischen Welten. Abgerundet wird dieser Abend durch den musikalischen Support ihrer langjährigen Weggefährtin, der Percussionistin Karin E. Sauer (Villingen-Schwenningen).

Alt- und Sopransaxophon – Dorothea Tübinger (Tübingen)
Altsaxophon – Iris Gojowczyk (Freiburg)
Tenorsaxophon - Andrea Riedel (Hechingen)
Baritonsaxophon – Christina Schoch (Tübingen)

Eintritt: €15 / ermäßigt €13



250 Jahre Hechinger Synagoge in der Goldschmiedstraße

Ausstellung: “Ein Pfad zum Licht. Gedanken, Ideen, Absichten, die hinter der Schablonenmalerei in der Hechinger Synagoge stehen“

Freitag, 17. November 2017, 19:00 Uhr

Ausstellungseröffnung mit Marek Lesczynski

Die Ausstellung “Ein Pfad zum Licht. Gedanken, Ideen, Absichten, die hinter der Schablonenmalerei in der Hechinger Synagoge stehen“ von Restaurator Marek Lesczynski zeigt Arbeitsblätter, Zeichnungen, Entwürfe und Erläuterungen zur Rekonstruktion der Alten Hechinger Synagoge.

Eintritt frei.


Die Ausstellung „ Ein Pfad zum Licht. Gedanken, Ideen, Absichten, die hinter der Schablonenmalerei in der Hechinger Synagoge stehen“ ist von 19. November bis 17. Dezember 2017 immer sonntags von 14:00 Uhr bis 17:00 Uhr, eine Stunde vor Veranstaltungen sowie nach Vereinbarung (info@alte-synagoge-hechingen.de) zu sehen.



250 Jahre Hechinger Synagoge in der Goldschmiedstraße

Donnerstag, 23. November 2017, 19:00 Uhr

Die Geschichte der Synagogenarchitektur in Deutschland seit dem 18. Jahrhundert

Vortrag von PD Dr.-Ing. habil. Ulrich Knufinke M.A. (Wolfsburg)

Als vor 250 Jahren die Synagoge in Hechingen erbaut wurde, stand die Architektur der Synagogen in Deutschland vor einem bedeutenden Wandel. Waren die jüdischen Gebetshäuser des 18. Jahrhunderts noch von den alten Traditionen geprägt, die in den jeweils zeitgemäßen Baustilen der umgebenden Kultur ausgeführt wurden, so suchte man seit dem 19. Jahrhundert verstärkt nach einer spezifisch „jüdischen“ Architektur. Der maurische Stil, aber auch die Neuromanik und selten die Neugotik wurden für Synagogen verwendet. Auch die Umgestaltung der Hechinger Synagoge im 19. Jahrhundert zeugt von diesem Wandel. Der Einzug der Moderne in die Architektur, der sich seit dem Beginn des 20. Jahrhundert vollzog, veränderte noch einmal das Bild der Synagogen.

Der Vortrag des Architekturhistorikers Ulrich Knufinke geht den Wandlungen der Synagogenarchitektur seit dem 18. Jahrhundert nach und verfolgt sie bis in die Moderne. Ein Ausblick auf die aktuell in Deutschland errichteten Synagogen und jüdischen Gemeindezentren zeigt, dass die Fragen nach Sichtbarkeit, Baustil und symbolischer Bedeutung dieser Bauwerke bis heute relevant sind.

Eintritt: €8 / ermäßigt €6



250 Jahre Hechinger Synagoge in der Goldschmiedstraße

Donnerstag, 7. Dezember 2017, 19:00 Uhr

250 Jahre Hechinger Synagoge in der Goldschmiedstraße

Vortrag von Dr. Joachim Hahn (Plochingen)

1767 wurde von der jüdischen Gemeinde Hechingens in der Goldschmiedstraße eine neue Synagoge errichtet. Anlässlich des diesjährigen 250-jährigen Bestehens des Synagogengebäudes wird im Vortrag an die Geschichte der Synagogen in der Hohenzollernstadt erinnert werden. Es war nicht die erste und nicht die einzige Synagoge in der Stadt: Zeitweise hatte Hechingen im 19. Jahrhundert drei Synagogen für die bis zu über 800 jüdischen Einwohner. Im Vortrag werden auch einige andere Synagogen vorgestellt, die in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts in Süddeutschland entstanden sind.

Dr. Joachim Hahn ist Pfarrer der Evangelischen Landeskirche in Württemberg sowie Sprecher der Arbeitsgemeinschaft „Alemannia Judaica – Arbeitsgemeinschaft zur Erforschung der jüdischen Geschichte im süddeutschen und angrenzenden Raum“. Er hat zahlreiche Publikationen zur jüdischen Geschichte in Baden-Württemberg erstellt. Der Referent hat zur Synagoge in Hechingen eine besondere Beziehung: Unter Anderem wurde vor 30 Jahren im Jahr 1987 sein erstes Buch über „Synagogen in Baden-Württemberg“ in der Hechinger Synagoge der Öffentlichkeit vorgestellt.

Eintritt: €8 / ermäßigt €6



5 nach 4: Kultur am Nachmittag

Sonntag, 17. Dezember 2017, 16:05 Uhr

Edzard Schaper, Das Christkind aus den großen Wäldern (1952)

Lesung und Musik mit Rudolf Guckelsberger und Ulrich Schlumberger (Akkordeon)

Weihnachten 1941. Verschneite Wälder im einsamen Osten Kareliens. Krieg. Ein Spähtrupp der finnischen Armee hat auf einem Erkundungsgang die Linien der russischen Front durchstoßen. In einem verlassenen, wohl verminten Dorf finden die Männer – ein Kind, einen Säugling. Was tun? In einer der bewegendsten Weihnachtsgeschichten des vergangenen Jahrhunderts führt uns Edzard Schaper einfühlsam und anrührend zugleich vor Augen, was Menschlichkeit und Liebe angesichts des allgegenwärtigen Todes und unmenschlicher Grausamkeit vermögen. Man begreift, „dass seit der einen Heiligen Nacht der Geburt keiner mehr nur für sich leben kann, aber dass wir auch nicht mehr für uns allein sterben können; dass wir füreinander verloren werden und füreinander gefunden, bis wir vereinigt werden in der Einen Hand.“ Eine fromme Geschichte, ja, deren optimistischer Grundton jedoch bis in unsere Zeit wohltuend herüberklingt.

Rudolf Guckelsberger ist Diplom-Theologe, Diplom-Sprecher sowie Sprecherzieher. Er ist als Sprecher und Radiomoderator tätig.

Ulrich Schlumberger ist Preisträger nationaler und internationaler Solo- und Kammermusikwettbewerbe. Er spielt sowohl solo als auch in Ensembles Akkordeon.

Eintritt: €12 / ermäßigt €10



5 nach 4: Kultur am Nachmittag

Sonntag, 21. Januar, 16:05 Uhr

Johannes Brahms: Horntrio op. 40, Klavierquartett op. 25 „alla Zingarese“

Konzert mit dem Frielinghaus Ensemble und Daniel Lohmüller

Die beiden Werke von Johannes Brahms könnten kaum unterschiedlicher sein: Das von Naturlauten inspirierte Horntrio mit seinem langsamen Satz tiefster poetischer Empfindung steht dem auf ungarische Zigeunermusik bezogenem g-Moll-Klavierquartett mit dem berühmten Finale „Rondo alla Zingarese“ gegenüber. Gustav Frielinghaus wird die biographischen Zusammenhänge nachzeichnen und die Zuhörer ins Baden-Baden von 1865 mitnehmen, wo das vermutlich dem Tode seiner Mutter gewidmete Horntrio von Johannes Brahms entstand. Für sein Debüt in der Musikmetropole Wien wählte Brahms übrigens 1862 genau jenes Klavierquartett.

Das Frielinghaus Ensemble vereint international ausgezeichnete Kammermusiker, Solisten und Orchestermusiker, die aus ganz Deutschland und dem europäischen Ausland zusammen kommen.
Eine jährlich statt findend Kammermusik Tour führt das Ensemble von Norddeutschland über Köln und Stuttgart bis in die Schweiz. Das Ensemble kommt in Hechingen mit dem hier verwurzelten Hornisten Daniel Lohmüller zusammen.


Violinist Gustav Frielinghaus ist Konzertmeister der Hamburger Camerata und Leiter des Frielinghaus Ensembles. Als Primarius des Amaryllis Quartetts erhielt er für die CD „White“ den ECHO Klassik 2012 in der Kategorie „Kammermusik-Einspielung des Jahres“.

Alejandro Regueira Caumel aus Spanien ist Solobratschist beim Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin. Er gewann mehrere erste Preise bei verschiedenen internationalen Musikwettbewerben.

Oliver Léonard ist Solocellist der Deutschen Streicherphilharmonie und Mitglied der Jungen Deutschen Philharmonie sowie der Hamburger Camerata und war Bundespreisträger des Wettbewerbs „Jugend musiziert“.

Hornist Daniel Lohmüller stammt aus Hechingen und hat langjährige nationale und internationale Erfahrung als Orchester- und Kammermusiker. Er ist Preisträger mehrerer internationaler Musikwettbewerbe. Seit 2013 ist er 3./stellvertretender 1. Hornist im Beethoven Orchester Bonn.

Jaan Ots ist Pianist und Dirigent. Er gewann über 20 internationale Musikwettbewerbe. In der Spielzeit 2015-2016 war er zweiter Dirigent des Symphonie-Orchesters des Finnischen Radios.

Eintritt: €15 / ermäßigt €10 / Schüler und Studenten €5



Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus

Samstag, 27. Januar 2018, 19:00 Uhr

Mascha Kaléko: „Sozusagen grundlos vergnügt“

Lesung und Konzert mit Rudolf Guckelsberger und dem Ensemble Tre Colori

Sie hätte allen Grund gehabt, mit dem Leben abzurechnen und aufzugeben: Als Jüdin von den Nazis verfolgt, konnte Mascha Kaléko (1907 in Polen geboren) zwar in die USA entkommen, aber ein glückliches Leben war ihr dort (und auch in ihrem späteren Exil Jerusalem) nicht vergönnt. „Das Glück ist arm an Phantasie; / sein Repertoire ist ziemlich klein. / Das Unglück aber – ein Genie! / Es fällt ihm stets was Neues ein.“ dichtete sie. Und so wie in diesem humorigen Vierzeiler verstand sie es immer wieder, den Blick über die Abgründe des Lebens zu heben und den Himmel offen zu sehen.

Anlässlich des Tags des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus gehen das Ensemble Tre Colori (Elisabeth Wieland – Oboe, Carelys Carreras – Klarinette, Arlette Probst – Fagott) und Rudolf Guckelsberger dem Lebensweg einer bewundernswert tapferen Frau nach.

Henri Tomasi: Concert Champêtre I. Ouverture „II. Minuetto“
Wolfgang Amadeus Mozart: Duo Sonate KV 292 „Andante“
Christoph Willibald: Gluck Orpheus und Eurydike „Reigen seliger Geister“
Felix Mendelssohn Bartholdy: Elias op. 70 „Hebe Deine Augen auf“
John Cage Living Room Music: „II. Story (Once upon a time the world was round)“
Domenico Gallo: Trio Sonate I „Moderato“

Eintritt: €12 / ermäßigt €10 / Schüler und Studenten €5



5 nach 4: Kultur am Nachmittag

Sonntag, 4. Februar 2018, 16:05 Uhr

„Die sichtbare Wirklichkeit bedeutet mir nichts.“ Wolfgang Hildesheimers Briefe an seine Eltern als Tagebuch 1937-1962. Herausgeber Dr. Volker Jehle liest und erzählt. Teil I: Vom bildenden Künstler zum Schriftsteller

Volker Jehle erzählt vom spektakulären Senkrechtstart des Schriftstellers Wolfgang Hildesheimer und liest Briefe aus der Zeit als Kunststudent in London, während des Zweiten Weltkrieges als Information Officer für die Briten, aber auch als Maler, Zeichner, Bühnenbildner und Werbegraphiker in Palästina mit Aufträgen hauptsächlich für die von seinem Vater 1938 in Haifa für Unilever gegründeten Margarinefabrik. 1947-1949 war Hildesheimer Simultandolmetscher bei den Nürnberger Prozessen, zuletzt Mitherausgeber zweier Prozessakten. Nebenbei beteiligte sich Hildesheimer an einigen Kunstausstellungen, zog 1950 nach Ambach am Starnberger See, um endlich ausschließlich zu malen, was er auch tat, bis zu einem eisigen Tag Ende Januar 1950, als es am Ofen zu dunkel zum Malen war und am Fenster zu kalt, und er eine Geschichte schrieb.

Musikalisch begleitet wird Dr. Jehle von Pianist Clemens Müller, der Werke von Wolfgang Amadeus Mozart und Hans Werner Henze vortragen wird.

Dr. Volker Jehle (geboren 1954 in Balingen) promovierte bei Prof. Dr. Walter Jens, ist Schriftsteller, Literaturwissenschaftler und Herausgeber und betreut die Musikhistorische Sammlung Jehle sowie die Stauffenberg-Gedenkstätte im Stauffenberg-Schloss in Albstadt-Lautlingen.

Clemens Müller ist Solist, Liedpianist und Kammermusikpartner und Preisträger mehrerer renommierter Wettbewerbe. Er unterrichtet derzeit an der Musikhochschule Trossingen Klavier und Liedgestaltung für Sänger und Pianisten.

Eintritt: €12 / ermäßigt €10



Ausstellung „Martin Luther und die Juden“

16. Februar bis 25. März 2018

„Ertragen können wir sie nicht“: Martin Luther und die Juden

Ausstellung der Nordkirche

Die Wanderausstellung „‚Ertragen können wir sie nicht‘: Martin Luther und die Juden“ der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland thematisiert das Verhältnis des Reformators Martin Luthers zu den Juden. Die Ausstellung gibt zu Beginn einen Überblick über Leben und Wirken Luthers, um sich dann mit seiner problematischen Einstellung gegenüber den Juden und dem Judentum zu beschäftigen. „Der Reformator war ein genialer theologischer Denker, Liederdichter und mutiger Reformator der Kirche, aber auch ein vehement antijüdischer Kirchenmann“, so Pastorin Hanna Lehming, die die Ausstellung erarbeitet hat. Zwar habe die Tonlage seiner Auseinandersetzung mit dem Judentum im Laufe seines Lebens gewechselt, doch Luthers Grundhaltung sei Zeit seines Lebens dieselbe geblieben: „Er hielt den jüdischen Glauben für verblendet und die Juden für den größten Feind des Christentums.“

Die Ausstellung ist immer zu den Öffnungszeiten der Alten Synagogen sonntags von 14:00 bis 17:00 Uhr zu sehen. Auf Anfrage werden auch Führungen für Schulklassen und andere Gruppen angeboten. Zur Terminfindung kontaktieren Sie bitte Benedict von Bremen, den pädagogischen Mitarbeiter der Initiative Alte Synagoge Hechingen: vonbremen@gedenkstaettenverbund-gna.org


Ausstellungseröffnung „‚Ertragen können wir sie nicht‘: Martin Luther und die Juden“

16. Februar 2018, 19:00 Uhr

Schatten der Reformation: Martin Luther und die Juden

Ausstellungseröffnung und Vortrag mit Dr. Michael Volkmann

Die Reformation hat die christliche Kirche erneuert. Das christliche Verhältnis zum Judentum hat sie nicht erneuert, sondern verschlimmert. Prominente Reformatoren, allen voran Martin Luther, diffamierten sowohl das biblische Israel als auch die zeitgenössischen Juden. Das Reformationsjubiläum weckt die Frage nach der antijüdischen Schattenseite der Reformation, nach dem Umgang der evangelischen Kirchen mit diesem Erbe und danach, was zu tun bleibt.

Dr. Michael Volkmann ist evangelischer Pfarrer für das Gespräch zwischen Christen und Juden in Bad Boll, Geschäftsführer der Arbeitsgruppe „Wege zum Verständnis des Judentums im Bereich der Evangelischen Landeskirche in Württemberg“ und leitet seit vielen Jahren die monatlichen Tora-Lernabende in der Alten Synagoge Hechingen.

Eintritt: €8 / ermäßigt €6



5 nach 4: Kultur am Nachmittag

Sonntag, 18. Februar 2018, 16:05 Uhr

„Die sichtbare Wirklichkeit bedeutet mir nichts.“ Wolfgang Hildesheimers Briefe an seine Eltern als Tagebuch 1937-1962. Herausgeber Dr. Volker Jehle liest und erzählt. Teil II: Vom Schriftsteller zum bildenden Künstler

Im zweiten Teil erzählt Volker Jehle von den erstaunlichen Erfolgen des eher zufällig zur Schriftstellerei gekommenen Künstlers: 1951 erste Einladung zur Gruppe 47, 1955 Hörspielpreis der Kriegsblinden, im selben Jahr Uraufführung des ersten Theaterstücks bei Gustaf Gründgens, im selben Jahr: Tod des Vaters während einer Europareise in Zürich, im selben Jahr: Wiederaufnahme der Malerei, 1957 Umzug nach Poschiavo in Graubünden, Beginn einer Aufsehen erregenden neuen Art von Theaterstücken, 1961 wieder die Beteiligung an einer Ausstellung, 1965 erste Einzelausstellung (von zuletzt rund 50 Einzelausstellungen), 1966 Büchnerpreis und Bremer Literaturreis für „Tynset“, 1977 erschien sein Besteller „Mozart“, populär aber wurde Hildesheimer erst 1984: als er das Ende seines Schreibens erklärte und ausschließlich zur bildenden Kunst zurückkehrte. So weit führen die Briefe an die Eltern jedoch nicht: Sie enden 1962 mit dem Tod der Mutter.

Musikalisch begleitet wird Dr. Jehle von Pianist Clemens Müller, der Werke von Wolfgang Amadeus Mozart und Hans Werner Henze vortragen wird.

Eintritt: €12 / ermäßigt €10

 

 

 

5 nach 4: Kultur am Nachmittag

Sonntag, 25. Februar 2018, 16:05 Uhr

Gitarrenkonzert

mit Roberto Legnani

Roberto Legnani präsentiert virtuose, brillante und berühmte Gitarrenmusik: „Recuerdos de la Alhambra\", von ihm wieder entdeckte Meisterwerke sowie seine großartigen Eigenschöpfungen, u. A. „Moods from the Song of King David“. Unter den musikalischen Highlights sind „La Catedral\" von Augstín Barrios, Variationen über ein Rokoko-Thema von Pjotr Tschaikowsky und eine der grandiosen „Le Rossiniane\" aus Opus 119 von Maruo Giuliani.

Legnanis präzises Spiel ist von höchster eleganter Meisterschaft. Er ist der absolute Meister des sauberen Tons, einer seltenen Technik unter Gitarristen. Mit gewaltigen Klang- und Farbnuancen lässt Legnani eine eindringliche Atmosphäre entstehen. Durch die herausragende Klarheit und die Vielseitigkeit der musikalischen Wiedergabe sowie durch seine hohe Virtuosität begeistert der „Magier der Gitarre\" immer wieder sein Publikum.

Weitere Informationen und Ticketreservierung: www.tourneebuero-cunningham.com oder Telefon 07852/933034.

 

 


Dienstag, 20. März 2018, 20:00 Uhr

„Jener unscheinbare Moment“

Lesung mit Lothar Schöne, musikalisch umrahmt vom Huub Dutch Duo

Frankfurt Mitte der 1970er Jahre: Mischa, Anfang 20, ist gedanklich zwar ein Rebell, in Wirklichkeit aber zu feige für jeden klaren Schnitt. Sein Studium ist ihm verhasst, aber er schafft es nicht, damit aufzuhören. Vielmehr ist er in eine Kommilitonin frisch verliebt und gefühlsmäßig überwältigt. Die beiden erleben herrliche Tage. Doch eines Tages beendet Dorothee das Verhältnis abrupt und lässt sich nicht mehr sehen. Was ist passiert? Ist die Liebe nicht Himmel, sondern Hölle?  Gerade sind jüdische Verwandte aus der Emigration nach Frankfurt zurückgekehrt. Der Onkel gibt sich politisch düster, zugeknöpft, die Tante aber zeigt Interesse an Mischa und seiner Situation, wird seine Mentorin, erklärt ihm, was Frauen unter Liebe verstehen. Zugleich aber scheint sie selbst auf rätselhafte Weise an einer zerbrochenen Liebe zu hängen. Sie, die einst aus Berlin flüchten musste, zieht es auch wieder dorthin. Zu ihrem Geliebten? Mischa ist sich sicher: Wenn er herausbekommt, was diese alte Liebe am Leben hält, wird er auch seine Liebe wieder gewinnen. Und dabei entdeckt er eine schier unglaubliche Wahrheit. Aber erst ein Brief von Dorothee macht ihm seine eigene tragische Situation klar.

Musikalisch unterstützt wird Lothar Schöne vom Huub Dutch-Duo (Huub Dutch - Gesang, Trompete/Flügelhorn, Wäscheleinophon/Teekistenbass, Fuß-Maracas & Chris Oettinger - Piano, Backgroundvocals) aus Heidelberg mit jazzigen, groovigen und swingenden Klängen.

Lothar Schöne wurde 1949 in Herrnhut geboren, studierte in Frankfurt sowie in Mainz und promovierte in Tübingen. Er arbeitete als Journalist, Hochschullehrer und Drehbuchautor. Er hat mehrere Romane, Erzählungen und Sachbücher geschrieben; sein Roman „Das jüdische Begräbnis“ (1996) wurde in sechs Sprachen übersetzt, unter Anderem ins Hebräische. Lothar Schöne erhielt mehrere Auszeichnungen und Preise, so unter Anderem das Villa-Massimo-Stipendium in Rom und zuletzt den Rheingau-Taunus Kulturpreis. 2017 erschien im Tübinger Verlag Klöpfer & Meyer sein Roman „Jener unscheinbare Moment“.

Eintritt: €12 / ermäßigt €10


Vorschau

Sonntag, 22. April 2018, 17:00 Uhr

BEGEGNUNGEN: Chormusik jüdischer und christlicher Komponisten
des 19. und 20. Jahrhunderts. Motetten von Mendelssohn, Bruckner, Reger, Kaminski, Duruflé / hebräische Lieder / synagogale Gesänge von Lewandowski

Konzert mit dem Tübinger Figuralchor, Leitung: Katja Rambaum




Tora-Lernkreis

mit Dr. Michael Volkmann

in Kooperation mit dem Stuttgarter Lehrhaus – Stiftung für interreligiösen Dialog

Termine unserer Treffen: Montags von 18:30 Uhr bis 20:00 Uhr in der Alten Synagoge Hechingen. Texte von G. Strenger.

18.September 2017: Ein schwieriger Wochenabschnitt.
Name des Sabbats: Haasinu
Text für Zuhause: 5. Mose 32,1-52
Auswahltext: ganzer Text

16. Oktober 2017: Die Sintflut und der Turm von Babel
Name des Sabbats: Noach
Text für Zuhause: 1. Mose 6,9 – 11,32     
Auswahltext: 1. M. 6,11; 11,1-4       

27. November 2017: Israels Isolation: Segen oder Fluch?
Name des Sabbats: Wajischlach
Text für Zuhause: 1. Mose 32,3 – 36,43
Auswahltext: 1. M. 32,24

11. Dezember 2017: Das Traumbuch
Name des Sabbats: Mikez
Text für Zuhause: 1. Mose 41,1 – 44,17
Auswahltext: 1. M. 41,1-8

Allgemeine Öffnungszeiten

Öffnungszeiten: Die Synagoge ist sonntags von 14h bis 17h (außer am 25.12.2016 und am 1.1.2017)  geöffnet. Der Eintritt beträgt 2 €, Schüler und Studenten haben freien Eintritt. 

Auf Ihren Besuch, Ihre Spende oder auch Ihre Mitgliedschaft freut sich die

Initiative Alte Synagoge Hechingen e. V. Heiligkreuzstraße 55, 72379 Hechingen

IBAN:  DE95 6535 1260 0079 0479 08BIC:  SOLADES1BAL (Sparkasse Zollernalb)


Enthaltene Personen und Gruppen: Lea Fleischmann, Johanna Pommranz, Joachim Hahn, Kurt Weill, Rudolf  Guckelsberger, Norbert Kirchmann, Sopralaria, Sabine Kreutzberger, Veronique Simons, Wilu Mann, Christiane Schmidt, Mössinger Vokalensemble, Verein Alte Synagoge Hechingen